Gemeinsam

Unter dem Motto „With a little help from my friends“ verabschiedete das Overberg-Kolleg, das Weiterbildungskolleg des Bistums Münster, kurz vor den Sommerferien 35 Abiturient*innen feierlich in die lang ersehnte Freiheit. Drei Jahre hatten die Studierenden die Schulbank gedrückt, um ihr Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg zu erwerben.

Thematisch gab das Lied der Beatles, das das Vorbereitungsteam aus Studierenden und Schulseelsorge für die Abiturentlassung ausgesucht hatte, der Feier den passenden inhaltlichen Rahmen.

So erinnerte Christian Peters stellvertretend für den Jahrgang an die Erstsemesterfahrt, die traditionelle Klassenfahrt zu Beginn der Schulzeit: „Nach nur einem Abend waren wir nicht mehr nur ein Haufen zufällig zusammen gewürfelter Menschen, die aus den verschiedensten Berufen und Ecken dieser Welt kommen – wir waren eine Klassengemeinschaft.“

Auch Studierendensprecher Jan Kessen betonte das besondere Solidaritätsgefühl der Stufe: „Ihr habt diesen Weg zum Abitur gemeinsam beschritten und Euch gegenseitig geholfen – beim Lernen für Klausuren, bei Referaten oder bei den Hausaufgaben. Manchmal auch, wenn jemand einfach mal ein offenes Ohr brauchte, oder Beistand in schweren Situationen.“

Dabei beschränkte sich dieser Gemeinschaftssinn gar nicht nur auf die Overbergianer, wie Jahrgangsstufenleiter Cornelius Dworzynski in seiner Festrede hervorhob, als er von der Projektreise in das westafrikanische Land Togo berichtete: „Die Studierenden sind mit großer Offenheit mit den Menschen in Togo in Kontakt getreten und haben Gemeinsinn, Solidarität und Freundschaft mit ihnen gezeigt.“

Natürlich blieb es nicht nur bei einem Blick in die Vergangenheit. In seiner Predigt nahm Dr. Holger Bauer das Abiturmotto auch zukunftsweisend in den Blick: „Wir wünschen Ihnen von Herzen, dass sie dann, wenn sie nicht mehr können, sich nicht mehr rühren können, dass sie dann plötzlich erleben, wie sie aufgehoben werden, aufgehoben sind, in einer Gemeinschaft und von einer Gemeinschaft.“

Schulleiter Ansgar Heskamp nutzte das Motto schließlich, um den Studierenden auch noch ein paar mahnende Worte mit auf den Weg zu geben, denn, so Heskamp: „Als Schulleiter ist man an solchen Tagen geneigt, sich mit positiven und inspirierenden Gedanken an die Abiturientia zu wenden. Doch hier zu stehen ist auch als Aufgabe zu begreifen.“ In seiner Festrede über den Wandel von Wirtschaft und Arbeit attestierte er der Gegenwart Entsolidarisierung und Akzeptanz der Spaltung der Gesellschaft und forderte die frischgebackenen Abiturient*innen auf, dies nicht einfach so hinzunehmen: „Wir müssen uns der ökonomischen Verwertbarkeit nicht einfach unterordnen. Wir können handeln und füreinander Verantwortung übernehmen. Und das heißt: Wir können gestaltend in die Welt eingreifen und die Arbeitswelt zu einer besseren, humaneren Welt machen.“

Mit Blick auf den am Abend anstehenden Abi-Ball in der Aula des Kollegs wird die eine oder der andere an diesem Tag aber wohl eher noch gedanklich bei Cornelius Dworzynski gewesen sein: „Halten Sie vielleicht ein bisschen inne, atmen Sie durch und lassen Sie sich nicht einschüchtern von den kommenden Herausforderungen.“

Musikalisch wurde die Feier stimmungsvoll durch Beiträge der Musik-AG des Overberg-Kollegs umrahmt.

Die Bilder vermitteln einen kleinen Eindruck von der Feier; der link zu den Bildern des Abi-Balles leitet weiter auf die entsprechende Seite der Westfälischen Nachrichten. Vielen Dank dafür.