Overberg Ahoi!

Kursfahrt des 4. Semesters auf dem Segelschiff Zuid-Holland

„Wir sitzen alle in einem Boot“ – dieses Motto trifft den Kern dessen, was an einer Studienfahrt auf See besonders ist. In Harlingen gingen 19 Studierende und 2 Lehrende des Overberg-Kollegs an Bord des Plattbodenschiffs Zuid-Holland. Bei Sonnenschein, aber wenig Wind, führte die erste Route nach Den Oever, einem kleinen Ort in der Nähe des Abschlussdeiches zwischen Nordsee und Ijsselmeer. Nach der ersten Übernachtung an Bord – einige hatten in Schlafsäcken auf Deck geschlafen – hatten wir uns ausreichend akklimatisiert für die Überfahrt auf die Insel Texel. Das war auch gut so, denn an unserem zweiten Tag kam durch mehr Wind echtes Segelfeeling auf. Alle mussten mit anpacken, während wir in Richtung Texel kreuzten, durch zahlreiche Wenden mit Schräglage mal Back- mal Steuerbords.

Auf Texel erkundeten wir mit Fahrrädern den Ort Den Burg und trafen uns am Abend zum Pizzaessen wieder auf dem Schiff. In mehrfachem Sinne eines der Highlights des Tages war das Meeresleuchten, das wir in der Dunkelheit im Hafenbecken beobachten konnten. Wurde das Meerwasser bewegt, leuchtete es an dieser Stelle grün-blau auf, ähnlich dem Leuchten eines Knicklichtes. Dieses Naturschauspiel wird durch die Biolumineszenz bestimmter Mikroorganismen ausgelöst und kann nicht oft beobachtet werden.

Von Texel aus segelten wir am 3. Tag zur Insel Terschelling, vorbei an einer ausrangierten Bohrplattform mit der internen Bezeichnung „McSail“. Unser Skipper Tossing nutzte diese Etappe nicht nur, um den Studierenden Segelkenntnisse zur vermitteln, sondern auch für eine eindrucksvolle Lektion in der Kategorie „Seemannsgarn“. Kein Seemannsgarn ist es allerdings, dass wir am nächsten Tag auf dem Meeresboden spazieren gingen. Absichtlich auf eine Sandbank aufgefahren, konnten wir das Schiff bei Ebbe verlassen um zu „watten“. Krebse, Nordseegarnelen, Anemonen und Seesterne ließen sich mit der Hand fangen und bestimmen. Am Abend wurde gegrillt und vor Anker mitten in der Nordsee gelegen beobachteten wir bei Gitarrenklängen einen wunderschönen Sonnenuntergang. Fast genauso harmonisch verlief dann das Ausräumen und Reinigen des Schiffes, das wir am 5. Tag mit Kurs auf Münster etwas wehmütig verließen.

(Kristina Slotty)