Studierende Eltern am Overberg-Kolleg

„… damit der Mensch sein Ziel erreicht!“ –

Seit einigen Jahren gibt es eine Gruppe von studierenden Eltern am Overberg-Kolleg. Die studierenden Eltern treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und mehrmals im Jahr unternimmt man etwas gemeinsam mit den Kindern.

Mit Kindern das Abitur erlangen

Im Laufe der letzten Jahre hat sich gezeigt, dass sich immer mehr bildungswillige junge Mütter und Väter um Aufnahme an unserem Weiterbildungskolleg bemühen. Mit Kindern Abitur zu machen bringt für die Bewerber/innen besondere Anforderungen mit sich, da sie der Doppelrolle als Eltern einerseits und als Studierende andererseits gerecht werden müssen. Zugleich sind die pädagogischen, gesellschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen für die Schulleitung und die Unterrichtenden des Kollegs damit gewachsen. Es gilt diesem speziellen Bildungsauftrag auch im christlichen Sinne gerecht zu werden.

Demzufolge wurden die Grundlagen für ein spezielles Elternkonzept formuliert worden, welches analog zu den jeweiligen Gegebenheiten als prozessual anzusehen ist. Als Bildungseinrichtung des Bistums Münster legen wir ein spezielles Augenmerk auf unsere Studierenden, die die Vereinbarkeit von Familie und Schule tagtäglich unter Beweis stellen müssen. Unser erklärtes Ziel ist es, sie punktuell zu unterstützen und dadurch zu entlasten.
Im Spannungsfeld von christlichem Impetus und Verzicht auf unlautere Bevorzugung haben sich hausinterne Absprachen herauskristallisiert, die sowohl von Schulleitung, Lehrerkollegium als auch vom StA mitgetragen werden.
Folgende konzeptionellen Eckpunkte, die der Entlastung der Studierenden Eltern dienen sollen, können benannt werden:

  • Die Namen der Studierenden Eltern werden dem Kollegium pro Semester mitgeteilt, damit die besondere Inblicknahme bei Bedarf wirksam werden kann.
  • Es gibt Ansprechpartnerinnen, die sich besonders für die Belange der Zielgruppe einsetzen. Zudem sorgen sie für regelmäßige Treffen, Vernetzung der Eltern, außerschulische Angebote, Lobbyarbeit etc.
  • Das Overberg-Kolleg verfügt über ein qualifiziertes Beratungs- und Seelsorgeteam, welches sich in Teilen auf die Bedürfnislage der Mütter und Väter spezialisiert hat. Darüber hinaus steht Frau Orschel (Beraterin des EFL) mittwochs im Kolleg zur psychisch-sozialen Beratung zur Verfügung.
  • Pro Semester haben die studierenden Eltern die Möglichkeit, sechs „attestfreie“ Tage in Anspruch zu nehmen. D. h. im Falle der Erkrankung eines Kindes genügt ein morgendlicher Anruf im Sekretariat und von Seiten der Schule gilt der Tag als entschuldigt.
  • Die Kollegen und Kolleginnen sind angehalten, die kindesbedingten Fehltage der Studierenden in den Kurslisten mit „Ki“ zu kennzeichnen, damit bei der Erstellung der Somi-Noten die Transparenz bezüglich der Gründe für das Fernbleiben vom Unterricht gewährleistet ist. Somit können gegebenenfalls sozial vertretbare Lösungen gefunden werden.
  • Den Studierenden Eltern sollte u.U. die Möglichkeit geboten werden, etwaige schulische Leistungen, die aufgrund von Erkrankung des Kindes nicht erbracht werden konnten, in angemessener Weise zu einem späteren Zeitpunkt nachreichen zu können.
  • Bei Betreuungsengpässen bezüglich der Kinder, die zu Verspätungen bei Unterrichtsbeginn bzw. zu verfrühtem Verlassen des Unterrichts führen, sollten die bewertenden Kollegen und Kolleginnen diese Fehlminuten mit Augenmaß in die Benotung einfließen lassen.
  • Die Schulleitung ist stets ansprechbar, um im Falle von Betreuungsengpässen etc. individuelle Lösungen zu finden.
  • Im Rahmen der Stundenplanerstellung und der Laufbahnberatung haben die Verantwortlichen im Blick, dass nachmittägliche Unterrichtszeiten für Mütter und Väter häufig große Probleme mit sich bringen. Tendenziell gibt es demzufolge das Bemühen, die Studierenden Eltern Kursen zuzuordnen, die familienfreundlicher terminiert sind.

Die Arbeit mit unseren Studierenden Eltern hat gezeigt, dass es – losgelöst vom
Konzept – immer wieder zu individuellen Vereinbarungen kommen muss. So sind die
Schulleitung und das Kollegium stets aufgefordert, aufgrund der unterschiedlichen
Biographien, familiären Konstellationen, physischen und psychisch-sozialen
Bedingtheiten, finanziellen Situationen etc. im Gespräch mit der einzelnen Mutter bzw. dem einzelnen Vater Lösungen zu entwickeln.

Stand 2014