Bioenergiepark Saerbeck

Letzten Donnerstag sind wir gemeinsam mit unserem Projektkurs „Nachhaltigkeit und eine Welt“ zum Bioenergiepark nach Saerbeck gefahren. Allgemein setzen wir uns in diesem Kurs damit auseinander, wie Ressourcen genutzt werden können, sodass die natürliche Regenerationsfähigkeit dieser Ressourcen nicht überstrapaziert wird. Dies ist im industriellen Zeitalter ein riesiges Problem, mit dem wir sowohl bewusst als auch unbewusst täglich konfrontiert werden, weshalb gerade die Fahrt zum Bioenergiepark unsere Zeit auf jeden Fall Wert war.

Ein netter junger Mann, Peter Engler, der selbst vor einigen Jahren Studierender des Overberg-Kollegs war, hat diesen Nachmittag als Umweltpädagoge für uns vorbereitet und unsere Exkursion innerhalb des Parkes begleitet.

Zunächst waren wir in einer Art Lehrgebäude, in dem verschiedene Experimente und Versuche zum Thema nachhaltige Energien gemacht werden konnten. Hier hat Herr Engler uns außerdem über die Gemeinde Saerbeck aufgeklärt, welche sich seit einigen Jahren selbst stark mit einbringt und das Projekt zusammen mit ihren Bürgern ins Rollen gebracht hat. Mithilfe des Engagements dieser Bürger konnte somit der Energiepark, dessen Erzeugnisse für Strom, Wärme und Mobilität im gesamten Kreis Steinfurt genutzt wird, gebaut werden. Das Ziel der CO2- Neutralität konnte so erreicht werden. Sogar mehr, denn dieser Park produziert das vierfache des Bedarfs von Saerbeck und kann somit noch weiter für den Kreis genutzt werden.

Die Anlage selbst war nach dem Zweiten Weltkrieg ein umstrittenes Munitionsdepot, somit ist das Gelände umzäunt und wirkt von außen erst einmal etwas respekteinflößend. Allerdings verschwindet dieses Gefühl sofort, wenn man einen tieferen Einblick gewinnt. Nicht nur die riesigen Windräder, sondern auch die weitläufig verbreiteten Photovoltaikanlagen sowie die verschiedenen Stationen der Biogasanlage wecken hier das Interesse und geben dem Gelände einen futuristischen Charme.

Jedoch ein positives futuristisches Gefühl, da wir auch erfahren haben, dass dieser Park sehr naturnah direkt neben einem Naturschutzgebiet liegt und auf dem Gelände des Parkes selbst auch verschiedene Raubvögel- und Wildarten beheimatet sind.

Vögel und Windräder? Das geht, denn die Windräder, die heutzutage gebaut werden, liegen in der richtigen Höhe, sodass die verschiedenen Vogelarten nicht beeinträchtigt werden.

Eine für mich besonders wichtige Frage war, ob es möglich wäre, eben mit erneuerbaren Energien den gesamten Energiebedarf der Menschen zu decken.

Wir erfuhren, dass dies grundsätzlich möglich sei, wenn man die Stromproduktion so effektiv nutze, dass verschiedene nachhaltige Energielieferanten sich gegenseitig bei der Abdeckung nach Bedarf und Effizienz abwechseln.

Besonders schockierend war für mich zu sehen, wieviel Plastikmüll Menschen fälschlicherweise in den Biomüll werfen. Denn die ganze Ansammlung der Bioabfälle, die zum einen kompostiert und zum anderen zur Energiegewinnung fermentiert und “verbrannt” wird, war durchzogen von Plastiktüten und nicht kompostierbaren Materialien.

Dies ist der Punkt, den ich auf jeden Fall für mich mitgenommen habe, nämlich noch mehr darauf zu achten, was für Müll ich produziere und wie ich ihn entsorge.

Abschließend denke ich, dass gerade an diesem Punkt die Lehre daraus gezogen werden muss, das Bewusstsein für Recycling und erneuerbare Energien noch weiter auszubauen.

(Yasmine Mock)