Fluchtursachen

Seminar ,,Menschen auf der Flucht“

Dank der Kooperation mit dem Eine-Welt-Netz NRW fand jetzt schon der dritte Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu Nachhaltigkeitsthemen im Overberg-Kolleg statt.  Gemeinsam mit unserem Projektkurs ,,Nachhaltigkeit und eine Welt‘‘ nahmen wir letzten Donnerstag an dem Seminar „Fluchtursachen“ teil.

Ellen Bogorinsky und Michal Haaks, Multiplikator*innen im Bereich Bildung für nachhaltige Zukunft, leiteten das Seminar und erarbeiteten mit uns die Gründe, warum heute so viele Menschen auf der Welt aus ihrer Heimat fliehen.

Ende 2018 lag die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht waren, bei 70,8 Millionen. Wir lernten, dass man für Migration sogenannte Push- und Pull-Faktoren unterscheidet: Faktoren, die Menschen aus ihren Ländern vertreiben (z. B. Krieg, Hunger, Klima-bedingungen) und Gründe, warum Menschen zuwandern (angezogen z.B. von sozialer u. medizinischer Versorgung, Arbeitsmöglichkeiten, Rechtssicherheit).

Anschließend spielten alle Teilnehmer*innen das Weltverteilungsspiel, bei dem eigene Vorstellungen und Wahrnehmungen mit realen Zahlen und Fakten zur Migration konfrontiert wurden. Durch die Methode, sich persönlich bestimmten Kontinenten zuzuordnen, Stühle entsprechend der Verteilung des Einkommens zu platzieren und mit Rucksäcken zu simulieren, aus welchen Ländern die meisten Menschen flüchten und welche Länder sie aufnehmen, wurde uns sehr eindrücklich die Verteilung der Weltbevölkerung, die ungerechte Verteilung des Reichtums und der Ressourcen sowie die Flüchtlingsaufnahme der verschiedenen Kontinente vor Augen geführt.

Dabei mussten wir feststellen, dass wir mit unseren Einschätzungen oft falsch lagen.  So wurde zum Beispiel für viele die überraschende Tatsache deutlich, dass Asien und Afrika mehr als drei Viertel der flüchtenden Menschen aufnehmen und die meisten Geflüchteten, 84 Prozent, nach wie vor in Entwicklungsländern leben.

Die meisten Menschen fliehen heute immer noch aus Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia,  und die Länder, die die meisten flüchtenden Menschen aufnehmen, sind die Türkei, Pakistan, Uganda, Sudan, Deutschland, Iran und Libanon.

Bedenkt man, dass viele Flüchtlinge in ihre Nachbarländer flüchten, wo sie unter prekären Bedingungen leben, wie z.B. im Libanon, wo jeder 6. Einwohner ein Geflüchteter ist, oder in die Türkei, die weltweit die meisten Flüchtlinge aufnimmt (3,7 Millionen), erscheint es nicht gerechtfertigt, dass wir in Deutschland, von einer ,,Flüchtlingskrise‘‘ sprechen.

(Lina Heitmann/Karin Badde-Struß)