Im Stadtarchiv

Auf den Spuren von Flucht und Vertreibung

Am Freitag hatten Studierende aus dem Ersten Semester die Gelegenheit, einen Vormittag im Stadtarchiv Münster zu verbringen und ihr Semesterthema aus dem Geschichtsunterricht „Das Eigene und das Fremde – Fremdheit als historische Kontinuität“ anhand von originalen Archivmaterialien aus der Nachkriegszeit zu erforschen.

Im Rahmen der Bildungspartnerschaft des Overberg-Kollegs mit dem Stadtarchiv Münster führte uns Dr. Jan Hoffrogge in die Archivarbeit ein und zeigte uns die Räumlichkeiten des Archivs wie z. B. den Lesesaal und das Magazin. Auf dem Rundgang konnten die Studierenden so manche interessante und spektakuläre Originalurkunde aus Münsters Stadtgeschichte entdecken, wie z. B. eine Urkunde des Bischofs von Münster von 1542 mit 13 Siegeln oder ein Siegel des Kaisers Ferdinand von 1561.

Nach einer thematischen Einführung in die Zeit der Flucht und Vertreibung nach 1945 in Münster, konnten die Studierenden dann in die eigentliche Quellenarbeit einsteigen. Dazu hatte Herr Hoffrogge extra geeignetes Archivmaterial ausgewählt, das die Studierenden im Original erforschen, und in eingescannter Form auch genauer unter die Lupe nehmen und bearbeiten konnten.

Nach intensiver Beschäftigung mit den Fotos, Zeitungsartikeln und Verwaltungsberichten stellten sich die Studierenden ihre Quellen gegenseitig vor und werteten sie quellenkritisch aus. Zu der Fragestellung, „Wie war die Lebenssituation Geflüchteter in Münster in der Nachkriegszeit?“ konnten viele Eindrücke gewonnen werden. Dabei war es besonders interessant, Parallelen und auch Unterschiede zwischen der Situation Geflüchteter damals und heute in Münster festzustellen.