Trier und Luxemburg

Die Studienfahrt des zweiten Semesters begleitet von Frau Jurisch, Frau Badde-Struß und Frau Henke begann vor dem Overberg-Kolleg. Die Lehrerinnen der Französisch- und Lateinkurse hätten kein treffenderes Reiseziel auswählen können. Denn wo sonst wird sowohl das alte Rom so lebendig wie in Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, als auch die Möglichkeit wahr, in dem angrenzenden Luxemburg, Französisch zu sprechen?

Gut gelaunt, wenn auch für viele Geschmäcker viel zu früh am Morgen, brachen wir auf. Nach einigen Stunden im Bus, die zwar nicht wie im Flug sondern eher wie in einem lauten, im Stau stehenden Bus vergingen, kamen wir gegen Mittag bei sengender Hitze in Trier an.

Nachdem wir uns um die Porta Nigra – dem Wahrzeichen der Stadt Trier – versammelt hatten, machten sich die Studierenden auf eigene Faust auf, Trier zu erkunden. Manch einer schaffte es nicht viel weiter, als am Marktplatz ein kühles Getränk zu genießen, doch es gab auch jene, die im Schweiße ihres Angesichts durch Trier flanierten.

Als wir nach unserer Erkundungstour wieder vereint waren, teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die eine ging zu einer Rundführung durch das Karl Marx Haus, was vor allem bei politisch interessierten Studierenden für rege Diskussionen sorgte; die andere Gruppe wandelte auf den Spuren der alten Römer durch Trier. Besonderen Eindruck hinterließ die Konstantinbasilika, in der bereits Konstantin der Große residierte.

Daraufhin fuhren wir gemeinsam weiter nach Luxemburg. Wenige Meter vor dem Hostel musste unser Busfahrer feststellen, dass die Zufahrt eine sehr schmale Brücke und unser Bus sehr breit war. Also rangierte er, fuhr vor und zurück. Versuchte die enge Kurve zu nehmen und das Gefährt über die schmale Brücke zu quetschen. Die Autos hinter uns stauten sich. Doch unser Busfahrer ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen und versuchte es erneut. Die Schlange hinter uns wurde länger. Und länger. Wir fuhren vor und zurück, vor und zurück, Zentimeter für Zentimeter um den perfekten Winkel für die Überfahrt kämpfend. Schließlich, vermutlich kurz bevor der Stau hinter uns Rom erreichte, erbarmte sich unser Busfahrer und suchte einen anderen Weg zum Hinterhof des Hostels.

Im Hostel angekommen und nach dem Abendessen spazierten viele Studierende sowie Lehrerinnen auf Wegen mit fantastischem Blick auf Luxemburgs Altstadt bei Nacht. Einige dieser Wege endeten in einer Bar, in welcher wir den ersten Tag ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen durften wir in Begleitung zweier großartiger Stadtführerinnen Luxemburg mit seinen alten Festungsmauern, Denkmälern und der „Rue Notre Dame“ kennen lernen. Daraufhin hatten wir wiederum Gelegenheit, Luxemburg bei strahlendem Sonnenschein auf eigene Faust zu erkunden, bis wir dann am Nachmittag den Rückweg antraten. Durch prasselnden Regen, Blitz und Donner, welche uns in Deutschland ereilten, fuhren wir zurück nach Münster.

Rückblickend sind wir alle um viele Eindrücke reicher geworden. Um mit den Worten Goethes über diese Stadt auf dessen Denkmal in Luxemburg zu schließen: „Hier findet sich soviel Größe mit Anmut, soviel Ernst mit Lieblichkeit verbunden […]“.

Wir können sowohl Luxemburg als auch Trier allen mit Interesse an Geschichte und architektonischer Schönheit nur empfehlen.

(Simon Exler)